Samstag, 9. Mai 2009

FedCon 18 - Sonntag

Es nimmt sehr viel Zeit in Anspruch die ganzen Erinnerungen, Gedanken, Bilder und Infos zusammenzutragen, zu sortieren und im Blog niederzuschreiben. Hier also der nachgelieferte 3. Tag der Convention, der früh morgens begann, in anbetracht des Abends zuvor, der wieder lang geworden war.


Christopher Judge (Teal'C)

Als erstes kam also Christopher Judge auf die Bühne und fragte jeden Fragensteller ob er einen Kater habe (hangover). Aber wahrscheinlich war es für diese Gruppe von Fans noch zu früh, da niemand die Frage bejahen konnte. Um 5:30 haben ihn wohl die letzten Barbesucher geweckt gehabt, so dass er vorschlug, das ihm alle in den 6. Stock folgen sollten um ein bisschen Krach zu machen.

Bei der Gelegenheit gab er zu, dass er früher auch so war und gerne mal bis 4 oder 5 Uhr durchgefeiert hatte. Auch zu Beginn seiner Stargate Zeit. Dabei war er dann teilweise so müde, dass er während der Dreharbeiten einschlief. Als man ihn mal erwischte, sagte er das Teal'C meditiert hätte. In der ersten Tokra-Folge gab es eine Szene, in der Amanda Carter einen langen Vortrag halten musste und er immer einschlief, wenn sie ein paar Sätze gesagt hatte. Wenn wir darauf achten würden, es gäbe keine Sequenz während dieser Besprechung, in der er die Augen offen hätte, so dass die Regie es so in der Folge belassen müssten. Nach einem Beamtenjob sah das SG-1-Team eigentlich garnicht aus.

Es ist vielleicht nicht überraschend, dass Christopher im Gegensatz zu Teal'C tatsächlich lachen kann, aber das er das so gerne tut und ein wirklich lustiger Zeitgenosse ist, hätte man wahrscheinlich nicht erwartet. Über Michael Shanks weiss er zu erzählen, das dieser sich gerne schlechte Filme ansieht. Und zwar vollständig inklusive der Endcredits. Und dann schaut er ihn nochmal an, um zu prüfen, ob er wirklich so schlecht war.

Er hat mal in einer Folge McGyver mitgespielt. Teal'C war ursprünglich gedacht als eine Kombinierte Rolle von Worf und Spock. Also ... Sporf? Und wenn man sich das so überlegt: Das Hochziehen der Augenbraue hat er wirklich von Spock übernommen.

Angesprochen auf irgendwelche besonderen Vorkommnisse während seiner Castings, erzählte Christopher entrüstet von einem Casting-Director in L.A., der für eine der größten TV Shows die Castings durchführt. Heute auch noch. Er bringt wohl immer seine Hunde mit, die auch mal einen Schauspieler anspringen, während der Audition wild rumbellen oder einen Haufen auf die Bühne legen, ohne das das jemanden stören würde. Unglaublich!


Zum Abschluss seines Panels marschierte dann noch ein Stargate Fanclub auf um ihn zu Ehren, wobei er sichtlich seinen Spass hatte.


Linguisten und Physiker

Aus dem Panel der Linguisten (Dr. Rainer Nagel und Alexandra Velten), das sehr interessant war, aber leider ein Lückenfüller parallel zu den Autogrammstunden und Essenszeiten spielen musste, habe ich dementsprechend nicht viel mitnehmen können. Datas Katze heisst Spot. Aber Spot ist eigentlich ein Hundename in Amerika, so wie bei uns Fifi. Eventuell ist das ein gewollter Hinweis auf Data's Versuch menschlich zu sein und wieder knapp daneben zu liegen?

Die Panels von Dr. Hubert Zitt konnte ich dieses Jahr leider auch nicht besuchen, in denen er wieder die Physik von Star Trek erklärt hat. An seiner FH hält er zum Semesterabschluss immer eine spezielle Startrekvorlesung. Letztes Jahr hatte er an einer Amerikanischen Universität sogar eine Vorlesung zur Star Trek Physik gehalten, in der man einen Abschluss machen konnte.


Dominic Keating (Lieutenant Malcolm Reed)

Und wieder ist es eine sehr intensive und lustige Convention für ihn. Er hatte das bei seiner letzten FedCon erlebte schon fast wieder vergessen. Auf Anfrage sang er für uns wieder seine alternative Titelmelodie von Enterprise mit eigenem Text. Einige Zeilen daraus lauten: "It was not a long road, it was only four years", "I've got tits and ass, just as good as Jolene Blalock; I've got looks and charm, much more than Connor Trinneer; I've got books and smarts, just as much as Doctor Phlox has."

Sein Panel war erst um 11:30 Uhr, aber ohne "Coffee!!!" ging es nicht weiter. Anschließend erzählte er seine Erst-Convention-Erfahrung mit ein paar Klingonen auf der Toilette die sich in Klingonisch über ihn unterhielten und das Linda auf der Brücke in den Drehpausen immer Modemagazine gelesen hat.

Nach kurzer Suche bei Youtube habe ich den Werbespot von "Canada Dry" gefunden, in dem Scott Bacula ein bisschen albern herumtanzt und dieses Getränk besingt und bewirbt. Das Team hat sich einen Spass mit ihm erlaubt und im Besprechungsraum der Ennterprise auf allen Monitoren gleichzeitig den Spot abgespielt, während Jolene Blalock und Anthony Montgomery mit den vom Requisiten Team nachempfundenen Flaschen von Canada Dry tanzten. Scott wurde binnen weniger Sekunden knall rot.




Edward James Olmos (Commander Adama) und Michael Hogan
(Colonel Tigh)


Meiner Meinung nach war das das spannendste, reichhaltigste und tiefgreifendste Panel der FedCon. Wie zu erwarten wurde auch hier wieder fleissig gespoilt. Zum Beispiel wurde klar, wer der letzte Zylone der Flotte ist und das die oder der Schauspieler/in bis heute nicht akzeptiert hat ein Zylone zusein. Es war also auch für die Schauspieler erst in der Folge selber enthüllt worden, wer seit Jahren einen Zylonen spielt.

Wer erinnert sich nicht an die Szene, in der Adama in seiner Kabine sitzt und die Emotionen ihn überwältigen. Die beiden erzählen, das gestandene Militärs sich bei ihnen bedankt hätten, das sie auch diese Seite gezeigt hätten, die in der Realität niemand offen zeigen darf, obwohl es das natürlich gibt. So mancher hat sich gut mit Adama identifizieren können.

Ist euch schonmal aufgefallen, das die Quartiere, Umkleiden und Duschen für Männer und Frauen auf der Galactica nicht getrennt sind? Tigh's Callsign wurde nie erwähnt in der gesamten Serie, aber muss ja eigentlich eins haben. Hogan wollte as mal die Autoren fragen, während Olmos sagte, Tigh's Callsign wäre "Harmdog".

Auf die Frage, ob jeder der beiden mal den jeweils anderen spielen könnte, verneinten beide zunächst, dann aber spielte Olmos den schlafenden Tigh woraufhin Hogan den schluchzenden Adama präsentierte.

Die letzte Folge ist im TV stark gekürzt worden. Von 56 auf 41 Minuten. Dabei sind nicht einfach ein paar Szenen entfernt worden sondern überall ist ein bisschen abgeknabbert worden. Auf der DVD ist die Folge in voller Länge enthalten.

Die Serie streift, verarbeitet und behandelt viele Themen des aktuellen Zeitgeschehens nach dem 11. September. Umgang mit Terroristen ist nur eines der Themen. Zum Beispiel wird auch die Abtreibung thematisiert. Kann man in einer Situation, in der die ganze Rasse vom Aussterben bedroht ist ernsthaft Abtreibung betreiben? Hierbei gab es wohl auch parallel zur laufenden Serie viele Diskussionen und gerade die Bloggerszene hat durch Ihre Fragen, Berichte und auch Visionen die Serie vorangebracht.

Schon in seinem ersten Panel kam zur Sprache, das Mr. Olmos in seiner Rolle als Commander Adama des Battlestar Galactica (zusammen mit Roslin) vor den Vereinten Nationen (UN) eingeladen war. Hier ein kleiner Ausschnitt in dem "Adama" den UN-Vertretern erklärt, dass es nur eine menschliche Rasse gibt. Und am Ende rufen alle mit Ihm zusammen "So say we all".



Die Wiederholung dieser Redewendung als Verstärkung und Vereinung und Motivation war übrigens eine Idee von Edward James Olmos, der in seiner Ansprache vor der versammelten Mannschaft diesen letzten Satz 10 mal wiederholte. Es dauerte eine Weile, bis der Groschen viel und er alle mitgerissen hatte. Und natürlich beendete er auch das Panel auf diese Weise:

So say we all!
So say we all!
So say we all!

Star Trek Runde

Richard Arnold, John Billingsley, Nana Visitor, Nichelle Nichols, Connor Trinneer und Robert Picardo gemeinsam bildeten die Trek-Runde, die Richard einleitete mit dem Hinewis, das wir bei diesem geballten Trek-Aufgebot nun mal alle Fragen stellen könnten, die wir uns bisher nicht zu fragen trauten.



Als erstes ergreift Nichelle anschliessend das Mirko und ruft "So say we all!". Anschliessend erzählt sie die Geschichte, wie Uhura zu ihrem Namen kam. Sie laß während der Wartezeiten beim Casting zu Star Trek einen Roman über Afrika namens "Uhuru". Da Gene noch auf der Suche nach einem Namen für die Figur Uhura war und ihm "Uhuru" gut gefiel, aber nicht nach einer Frau klang, fragte er Nichelle und sie schlug dann Uhura vor. Anschliessend preist sie Richard Arnold als tragende Säule und Experten in Sachen Star Trek an, auf den auch Gene immer verwies.

Anschliessend gibt Sie auch nochmal detailiert die Vorgänge im Zusammenhang mit der ersten Kusszene zwischen einem Weissen und einer Schwarzen im Fernsehen wieder, bei der William Shattner das Studio quasi zwang, diese zu senden, weil er diese immer wieder noch besser machen und wiederholen wollte und schliesslich für die Alternative zum Kuss kein vernünftiger Take zustandegekommen war. Anschliessend sagte er dann zu Uhura noch "I told you - I get you".

Nun, Nichelle hat dieses Panel zu einem Uhura-Panel gemacht. Die anderen Schauspieler durften nur selten etwas sagen und zeigten dies zum Teil auch. Aber das Publikum war begeistert. Symptomatisch und zu einem großen Lacher führte es, als auf eine der Fragen hin Nichelle das Wort erhob und dann nach aufkommenden Gemurmel meinte: "Oh, war diese Frage für alle gedacht?".

Eine heftige Diskussion löste der Vorwurf eines Fans aus, der generell den SciFi-Serien und somit auch Star Trek vorwarf, das diese nur eine militärische Ausbreitung und Erforschung des Weltraums zeigen. Schon während die Frage noch gestellt wurde sammelte Richard Energie um dieser Behauptung vehement zu widersprechen. Gerade das ist es, was Star Trek von den anderen Serien unterscheidet. Gene war es besonders wichtig zu zeigen, das es zivile Forschungsreisende sind. Die Dienstgrade wurden nur übernommen, weil es so Usus auf Schiffen ist, schliesslich gibt es auch auf einem Kreuzfahrtschiff einen Captain, Offiziere u.s.w. . John Billingsley warf ein, das es aber auch im Laufe der Zeit und mit dem Verlust von Gene Roddenberry Abweichungen gab. Z.B. die 3. Staffel von Enterprise, in der nur der Krieg gegen die Xindi thematisiert wurde und die Crew die Regeln zurechtbog. Das Nichelle ihm hier widersprach, obwohl er meiner Meinung nach Recht hat, und sein Versuch das Rede-Zepter zu behalten kläglich scheiterte, setzte diesem gescheiterten Versuch einer Trek-Runde dann die Krone auf.