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Dienstag, 21. April 2009

JAX 09 - Tag 2 - Retrospektive

Ein langer JAX-Tag geht zuende. Von 9 Uhr bis 21 Uhr Vorträge, Diskussionen, Eindrücke und kleine Pausen bei Nahrungsaufnahme und Retrospektive.


42 für Architekten

Verglichen mit Gebäude-Architekten haben es die Software-Architekten noch sehr schwer. Es gibt keine allgemeinen Standardisierten Notationen, die innerhalb geschweige denn außerhalb der Branche eindeutig verständlich sind. Bei Grundrissen z.B. ist das anders. Im Endeffekt schlägt Dr. Starke vor, sich an den von Ihm und seinem Kollegen erstellten Dokumentationsstandard Architektur 42 zu orientieren oder zu halten, da er in seinen Projekten gute Erfahrung mit dessen Verständlichkeit und Umfang gemacht hat. Auf der Website (arc42.de) finden sich weiterführende Unterlagen und ein Template für die Architekturbeschreibung.


Keynote Opensource und Rezession

Was können wir in der Rezession tun, um unseren Arbeitsplatz und unsere Arbeit zu sichern? Brian Kim legt die Vorteile von Open Source Software (OSS) dar. Firmen orientieren sich gerade jetzt noch stärker hin zu OSS um Kosten zu sparen. D.h. in der Konsequenz, das Entwickler mit OSS-Background bessere Chancen haben. Und wer gar als Contributor oder Committer für OSS aktiv ist, steigert seinen Wert umso mehr. Deshalb empfielt er kurzgesagt: "Gehet hin und werdet Committer für Open Source Projekte!".


Inbox Zero

Ein sehr gut gemachter und sehr kurzweiliger Vortrag war die Vorstellung der Inbox Zero Methode inklusive möglicher Anwendungen für die Softwareentwicklung von Stefan Roock. Da auch meine INBOX niemals leer wird, werde ich dieser Methode eine Chance geben und nach der JAX meine INBOX aufräumen. Über meine Erfahrungen mit diesem Selbstexperiment und Näheres zur Methode werdet Ihr hier sicher bald mehr lesen.

Aufschlussreich war im zweiten Teil seiner Vorstellung auch die Übertragung der Methode auf die Softwareentwicklung. D.h. dort die wachsenden Listen z.B. der Hindernisse bei SCRUM, der Refactoring-Bedarfe oder der gemeldeten Bugs reduzieren und klein zu halten.


JRuby goes Twitter in 50 Minuten

In einem viel zu klein geratenen Seminarraum stellte Michael Johann in einer Art Crash-Kurs JRuby dadurch vor, dass er den Twitterdienst in 50 Minuten rudimentär nachgebaut hat. Das kam nicht ganz so souverän rüber, wie der gleichgelagerte Grails-Anlauf, war aber sehr unterhaltsam. Insb. der intensive Einsatz von Textexpander war ein steter Quell der Heiterkeit.


Keynote: Neal Ford

Zum Abschluss des JAX-Tages gab es für alle anwesenden Entwickler einen eindringlichen und aufrüttelnden Appell von Neal Ford doch endlich aus der Vergangenheit zu lernen. Wir sollen die Fehler nicht wiederholen, sondern aufstehen und es besser machen. Sonst werden wir einfach von der nächsten Outsourcing Welle von China und Indien überannt. In Indien sind z.B. mehr hochbegabte Studenten in einem Semester, als in den USA insgesamt Studenten eingeschrieben sind, da die Zahl der Studenten einfach viel höher ist.

Der Vortrag war sehr beeindruckend und das Auditorium mucksmäuschen still.